Präventionskongress NRW – Gesundheit verbindet am 1. und 2. März 2012 in Köln
Unter dem Motto „Gesundheit verbindet“ veranstaltete die Deutsche Sporthochschule Köln gemeinsam mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Landessportbundes Nordrhein-Westfalen am 1. und 2. März 2012 den ersten gemeinsamen landesweiten Präventionskongress.
Im Rahmen des Präventionskongresses NRW haben an zwei Tagen etwa 400 Teilnehmer/-innen aus verschiedenen, gesundheitsorientierten Disziplinen und Settings über den Status quo, good practice Modelle und mögliche Handlungsempfehlungen unter dem Schwerpunkt Bewegungsförderung diskutiert. Dabei standen die aktuelle gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen, ausgewählte Risikogruppen und aktuelle Empfehlungen im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden neben ausgewählten Aspekten der Epigenetik und der Bedeutung von körperlicher Aktivität bereits in der Schwangerschaft kommunale Projekte wie „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ und der Einsatz motorischer Testverfahren diskutiert.
Dabei beleuchtete der erste Kongresstag den wissenschaftlichen Stand der Forschung und die Hin-tergründe: So sind - laut Ergebnissen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (Robert Koch Institut) aus dem Jahr 2007 - etwa 2 Millionen Kinder in Deutschland übergewichtig und adipös. In einzelnen Kollektiven – wie beispielsweise bildungsferne Schichten oder Menschen mit Migrationshintergrund – findet sich teilweise eine deutlich höhere Prävalenz. Verantwortlich für diese Entwicklung ist hauptsächlich der „moderne“ Lebensstil, der nicht selten von Bewegungsarmut (v.a. der übermäßigen Nutzung audiovisueller Medien) und Fehlernährung geprägt ist. Diese Veränderung des kindlichen Lebensraums, der darüber hinaus durch „Einelternhaushalte“ stark belastet ist, führt aber ebenfalls zu erheblichen psychosozialen und seelischen Belastungen der Kinder, der Eltern und Erzieher/-innen sowie Lehrkräften, die sich vor immer größere Aufgaben gestellt sehen. Die Forderungen nach adäquaten Gegenmaßnahmen nehmen daher stetig zu.
Die einzelnen Aspekte der wissenschaftlichen Plenarvorträge vom 1. Kongresstag wurden am 2. Tag - im Anschluss an eine spannende Podiumsdiskussion - in zwölf Workshops vertieft und mit den Akteuren intensiv diskutiert. Zusammenfassend wurde gefordert:
- der Einsatz und die Implementierung frühzeitiger Maßnahmen
- Entsprechende Qualifizierungen von Akteuren, v.a. auch hinsichtlich Projektmanagement und Qualitätssicherung
- Optimierung der Netzwerkarbeit und interdisziplinären Zusammenarbeit
- die Integration und Berücksichtigung besonderer Risikogruppen
- Förderung der Elternarbeit, v.a. in der Vermittlung adäquater Erziehungsstile
- Stärkung und Ausbau der Strukturen im Bereich Prävention
Dokumentation des Präventionskongresses - freigegebene Vorträge und Workshopbeiträge zum Download: